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WAS IST EIN AKKREDITIV?

Das Akkreditiv ist eine Zahlungsform in sowohl nationalen als auch internationalen Abrechnungen. Diese kommt vor allem bei Abschluss der Transaktionen zum Einsatz, mit denen verschiedene erhöhte Risiken einhergehen. Dies bedeutet, dass das Akkreditiv dann Anwendung findet, wenn das Unternehmen kein volles Vertrauen ggü. dem Kontrahenten hat und das Risiko der Nichtzahlung für die verkaufte Ware oder erbrachte Leistung verringern möchte. Das Akkreditiv bietet ein hohes Maß an Sicherheit an, vorausgesetzt dessen Bedingungen werden präzise festgelegt und die erforderlichen Dokumente sorgfältig ausgesucht.

Das Akkreditiv findet meistens in den drei folgenden Situationen Anwendung:

1) Wenn wir mit einem neuen Geschäftspartner zu tun haben, zu dem wir noch nicht das volle Vertrauen aufbauen konnten, also auch beim Aufbau der Handelsbeziehungen;

2) 2) Im Falle „unvollständigen Vertrauens” – wenn zwischen den Parteien bereits Handelsbeziehungen vorliegen, aber Zweifel bzgl. der Erfüllung der Verpflichtungen durch eine der Parteien bestehen (z.B.: wenn die politische oder wirtschaftliche Situation in dem Land des Importeurs instabil ist und damit das Risiko, dass die Forderung nicht getilgt wird, höher ist);

3) Im Falle großer Transaktionen, wenn die Kontrahenten eine möglichst sichere Abrechnung des Vertrags anstreben (z.B.: wenn die Politik eines Landes keine Transaktionen in landesfremder Währung ohne staatliche Kontrolle gestattet).

In der Praxis stellt der Exporteur der Bank sämtliche, durch das Akkreditiv vorausgesetzte Dokumente, die die Ware (Dienstleistung) betreffen, vor. Die bevollmächtigte Bank (eröffnende, bestätigende oder verhandelnde) trifft dann - nach der Überprüfung der Dokumente in Bezug auf die Übereinstimmung mit den Akkreditivbedingungen - die Entscheidung über die Zahlung aufgrund des Akkreditivs. Der Importeur initiiert das Akkreditiv, daher liegt es in seinem Interesse, dass die erforderlichen Dokumente angemessen ausgewählt und präzise bestimmt werden -entsprechend der Spezifikationen des Transaktionsobjektes. Die individualisierte Formulierung der Akkreditivbedingungen ist von entscheidender Bedeutung, um die Risiken zu minimieren. Deswegen ist es am besten, wenn all diese Aspekte vertraglich geregelt werden.

An dem Auslandsgeschäftsakkreditiv sind folgende Parteien beteiligt:

  • Auftraggeber, der Importeur ist,
  • Eine Bank, die das Akkreditiv eröffnet,
  • Die Bank des Exporteurs, die das Akkreditiv im Auftrag von der Bank des Importeurs durchführt,
  • Akkreditivexporteur,
  • • Vermittelnde Bank ( die vermittelnde Bank wird meistens im Auftrag der Bank des Importeurs tätig; dies ist meistens dann der Fall, wenn beispielweise die Bank, die das Akkreditiv eröffnet hat, in dem Land des Exporteurs keine eigene korrespondierende Bank ist).